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60 Jahre Tümpelgarten an der Maberzeller Straße in Fulda

Einige Gedanken von Zeitzeuge Jürgen „Poldi“ Hamp im Jubiläumsjahr 2025

Mein Name ist Jürgen Hamp. Ich wurde 1961 in Fulda geboren und bin als einer der sogenannten Tümpelwarte im Vorstand des Aquarienvereins für die Anlage und Pflege des Vereinsgeländes zuständig.

Wenn ich so manchmal auf unserer Terrasse im Tümpelgarten sitze und die Augen schließe, denke ich - wie hat das alles angefangen und wie sah es früher hier aus. Nun, für mich persönlich fing alles noch im alten Tümpelgarten an. Der befand sich damals noch zwischen der heutigen Westumfahrung und dem oberen Aueweiher. Das Gelände wurde Anfang der 1960 er Jahre mit viel Eifer und Handarbeit angelegt. Der Tümpelgarten war wesentlich kleiner als der heutige und mit einem kleinen Weiher und einer selbstgebauten Hütte versehen. Mein Vater Leopold Hamp war damals schon Mitglied im Verein und ich wurde da so hineingeboren. Schon als Baby im Kinderwagen und als Grundschulkind war ich also im Tümpelgarten. Leider währte die Freude über das Gelände nur kurz. Wir mussten das Gelände bis zum Jahr 1968 wieder räumen, da es für Kiesbaggerungen verwendet werden sollte. Hierbei entstand der heutige obere Aueweiher.

Mit Hilfe der Stadt Fulda wurde nach einiger Suche ein neues Gelände, der heutige Tümpelgarten an der Maberzeller Straße, vor 60 Jahren gefunden. Die Pachtverträge wurden 1967 und 1971 unterzeichnet. Nun konnte es wieder losgehen im neuen Vereinsgelände.

Die Anfänge am Standort Maberzeller Straße
Aber wie sah es dort anfangs aus? Wenn man das Gelände vom heutigen Eingangstor betrat, ging man auf einem nur leicht befestigten Feldweg mitten durch eine Streuobstwiese, die mit alten Apfelbäumen bepflanzt war. Dort, wo das heutige Vereinsheim steht, war nur Buschwerk und Schilf zu sehen. Dahinter befand sich der große Weiher. Dieser war früher ein Altarm der Fulda und hat auf alten Landkarten die Ortsbezeichnung „Toter Weiher“. Hier wurde früher im Winter von Brauereien Stangeneis zur Kühlung gebrochen. Der Weg endete etwa auf Höhe des heutigen Kinderspielplatzes.

Weiter ging es nicht. Ab hier waren unzählige Buckel im Gelände zu sehen. Alles war mit Unkräutern und Büschen überwachsen. Dieser Bereich entspricht etwa dem heutigen Parkplatz. Das Gelände hinter der Erlenbaumreihe am Parkplatz bestand aus einem riesigen Schilfmeer mit einigen Weidenbüschen, das sich bis zum Ufer der Fulda erstreckte. So sah der neue Tümpelgarten am Anfang aus.

Als erste Arbeiten wurde der Weg befestigt und die Vor- und Fundamentarbeiten zur Errichtung einer Vereinshütte vorgenommen. Diese Hütte war eine Notunterkunftsbaracke, die in der Siedlung an Vierzehnheiligen stand. Die Baracke wurde dort abgebaut und im Vereinsgelände wieder errichtet.

Im Jahr darauf wurde mit einfachsten Mitteln ein Anbau in Form einer Veranda in Richtung Teich gebaut. Alles wurde in Eigenleistung durchgeführt und durfte nach Möglichkeit nichts kosten, da wir damals kein großes Vereinskapital hatten. Die Isolierung bestand beispielsweise noch aus Steinwolle und Styroporabfällen. Alles wurde Innen und Außen mit Seekistenbrettern verkleidet. Die Außenseiten wurden mit Fichtenschwartenbrettern versehen. Das war unser neues Vereinsheim. Zu dieser Zeit war das Vereinsgelände für uns „Tümpelkinder“ der größte Abenteuerspielplatz der Welt. Da wurden Exkursionen ins Schilffeld auf Bretterwegen unternommen und wir waren so manches Mal verschollen. Es gab natürlich deswegen immer mal wieder Ärger, auch weil die Sonntagsklamotten mal wieder eingesaut waren.

Im weiteren Gelände wurde so einiges verändert. Die große Buckelpiste wurde eingeebnet, und es entstand die Fläche des heutigen Parkplatzes. Das Gelände wurde auch rundum eingezäunt. Alle Zaunpfähle wurden von Hand gesetzt und einbetoniert. In das große Schilffeld wurde eine Rampe aus Bauschutt angelegt. Auf dieser Rampe bewegte sich ein großer Kettenbagger, der das Schilf und Schlammmaterial auf einen LKW verlud. Das Material wurde im Bereich des heutigen Hutzelfeuerplatzes auf einem riesigen Haufen abgelagert. Die Rampe wurde zum Schluss mit ausgebaggert. So entstand der mittlere Teich. Die Ufer wurden mit Weidenpfählen und Stämmen, die aus diesem Bereich stammten, befestigt. Die große Abraumhalde wurde im nächsten Frühjahr, nachdem alles abgetrocknet und gefestigt war, eingeebnet. Es entstand der Bereich des Hutzelfeuerplatzes. Ganz hinten, direkt an der Fulda, entstand noch ein weiterer kleiner Weiher. Der restliche Teil des Schilffeldes wurde bis heute als Biotop erhalten. Später wurden die neuen Teiche einzeln eingezäunt. Hier wurden dann verschiedenes Wassergeflügel wie Enten und Gänse sowie Hühnergeflügel wie Perlhühner und Truthähne gehalten.

Zu dieser Zeit waren Georg Rösch, der damals sehr bekannte „Tümpelschorsch“ und mein Vater die amtierenden Tümpelwarte.

Offizielle Einweihung des Tümpelgartens
Am 30. Mai 1970 war es dann soweit. Der neue Tümpelgarten wurde unter der Leitung von unseren 1.Vorsitzenden Josef Köck eingeweiht. Es fand unsere erste Aquarienausstellung mit Fossilienausstellung im neuen Gelände statt. Für die Aquarienausstellung wurden zu einem großen Teil die Aquarien verwendet, die bei unseren Mitgliedern eigentlich im Wohnzimmer standen. Das Wasser wurde zum großen Teil abgelassen, die Behälter ins Vereinsheim transportiert und in einer extra angefertigten Ausstellungswand wieder aufgebaut. Ab 1972 wurden weitere Ausstellungen im Vereinsheim durchgeführt.

Im Juli 1972 wurde ich von meinem Vater offiziell in der Jugendgruppe des Vereins angemeldet. In der Folgezeit wurden die Sanitäranlagen ausgebaut und eine Küche angebaut. Außerdem wurde eine Terrasse angelegt. Eine Kaltwasseranlage für einheimische Fische wurde ebenfalls errichtet. Sie bestand aus mehreren großen Metallrahmenaquarien, die uns von der Stadt Fulda nach der Auflösung des alten Schloßaquariums zur Verfügung gestellt wurden.

Im Gelände ging es ebenfalls weiter. Einige Freunde hatten die Idee einen Goldfischteich anzulegen. Mit Schaufel und Spaten wurde die Grube über den Sommer ausgehoben. Das war eine Riesenarbeit, denn die Größe entsprach der eines mittleren Swimmingpools. Teichfolie, wie man sie heute im Handel findet, gab es noch nicht. Einige Mitglieder arbeiteten damals bei der Firma Mehler. Die stellte doppelseitig beschichtete Textilplanen für LKW her. Also wurde in der Firma aus mehreren Bahnen auf einer Spezialschweißmaschiene die benötigte Folie hergestellt und als Teich verlegt. Der Teich wurde mit Goldfischen und Seerosen besetzt und entwickelte sich zu einem tollen Biotop für Molche, Frösche und weitere Wassertiere. Er blieb bis zum Jahr 2006, bis auf einige mutwillige Beschädigungen die wieder repariert wurden, dicht. Daneben wurde ein großes Dahlienbeet angelegt. Zwischen der Kaltwasseranlage und dem Goldfischteich wurden Gehege für Land- und Wasserschildkröten erstellt.

Gegenüber befanden sich die alte Schildkrötenanlage und ein Meerschweinchengehege. Diese Anlage wurde zu einem späteren Zeitpunkt von mir eingeebnet und zu einem Heidebiotop mit kleinen Folienteichen umgebaut. Später wurde die Heidelandschaft von mir unter Einbeziehung des Goldfischteiches bis zum Eingangstor erweitert. Ein großer Teil der erforderlichen Pflanzen wurde unter Vermittlung von unserem Kassierer Ulrich Dehler von der Firma Tegut gespendet. Von meinem Vater wurde entlang des Einfahrtsweges ein großes Rosenbeet angelegt.

Auf der anderen Seite des Eingangsweges wurden verschiedene Vogelvolieren gebaut, die von unseren Vereinsmitgliedern Reinhold Schmitz, Hans-Werner Wald und Herrmann Wallenburger mit Papageien, Sittichen und anderen Vögeln besetzt wurden. Dazu wurde eine große Entenvoliere mit Teich gebaut, die mit Braut- und Mandarinenten und anderen Wasservögeln besetzt wurde. Es wurden weitere Blumenbeete angelegt und Blumenkübel aufgestellt. Diese wurden jedes Jahr mit bunten Sommerblumen bepflanzt, die allesamt selbst gezogen wurden. Besonders zu erwähnen ist die große Rabatte entlang des Eingangsweges.

Gegenüber dem Vereinshaus wurde am Bahndamm das Gelände eingeebnet. Auf diesem Platz stand einige Zeit ein großes, stabiles, vom Roten Kreuz ausgemustertes Zelt. Es diente zum Sommerfest als Festzelt und im Winter als Lagerraum. Später wurde es auf dem Parkplatz aufgebaut aber leider bei einem Gewittersturm völlig zerstört.

Genau an der StelIe am Bahndamm wurde im Jahr 1974 mit dem Bau einer Mehrzweckhalle begonnen, in der unsere Aquarien und Terrarienausstellung bis zum Jahr 1999 untergebracht war. Alles wurde wieder soweit möglich in Eigenleistung gebaut. Auch die Fundamente wurden in Handarbeit ausgeschachtet. Am 24.05.1975 wurde die Halle anlässlich unseres 50 jährigen Vereinsjubiläums mit einer großen Ausstellung eingeweiht. Kurz danach verstarb unser „Tümpelschorsch“ Georg Rösch, der viele Jahre in unserm Verein aktiv war. Ihm zu Ehren wurde das Gebäude „Georg-Rösch-Hütte“ getauft. Zu dieser Zeit pflegte ich bis zu drei Ausstellungsaquarien in der Ausstellung. Heute wird sie als Werkzeug und Lagerhütte genutzt. Neben der Halle wurde ein Kinderspielplatz angelegt. Daran angrenzend wurde auch noch unser Werkzeugschuppen errichtet.

Unser Verandaanbau war inzwischen baufällig geworden. 1976 wurde er abgerissen und mit dem Neubau begonnen. Es wurde eine neue Erdaufschüttung angelegt. In diese wurden große Fundamente gegossen. Darüber wurde ein riesiger Betonträger gegossen. Viele dachten damals, wir wollten ein Hochhaus darauf bauen. Aber alles hatte schon seine Richtigkeit. Darauf wurde eine Stahlträger- und Balkenlage für den Fußboden erstellt und die Seitenwände aufgestellt. Weiter ging es erst mal nicht.

Neuer Vorstand übernimmt die Geschicke des Vereins
In unserem Vereinsleben gab es zu diesem Zeitpunkt einen Knick. Einige sehr aktive Vereinsfreunde hatten andere Vorstellungen von der Zukunft des Vereins und traten aus dem Verein aus. Ein Teil der Freunde, die den Verein verlassen hatten, gründete später den Schlitzer Aquarienverein. Natürlich fehlten uns diese Leute. Auch die Vereinskasse war zu diesem Zeitpunkt fast leer.

1977 ging es aber weiter. Ein neuer geschäftsführender Vorstand wurde gewählt. 1. Vorsitzender wurde Rudolf Schmitz, 1. Schriftführer Karl Heinz Schieb und 1. Kassierer Ulrich Dehler. Unter diesem Vorstand wurde der Neubau endlich fertiggestellt. Der neue Raum entspricht von der Größe her genau dem heutigen großen Vereinsraum. Auf der Terrasse wurde ein großer offener Außenkarmin gebaut. Davor haben wir viele schöne Stunden und sogar Nächte verbracht. Leider musste er bei der letzten Sanierung des Vereinsheims im Jahr 2010 aus Platzgründen abgerissen werden. Unter dem neuen Vorstand ging es wieder richtig vorwärts, und in der Folgezeit traten auch viele neue Mitglieder ein, die zum Teil auch heute noch aktiv sind.

1979 wurde ich volljährig und wechselte von der Jugendgruppe zu den erwachsenen Mitgliedern. Im Jahr 1982 wurde über die nächsten Sanierungsfälle nachgedacht. Der kleine Vereinsraum unsere „Notbaracke“ und die Kaltwasseranlage waren in die Jahre gekommen. Auch die Sanitäreinrichtungen entsprachen nicht mehr der Zeit. Alles sollte neu entstehen. Zuerst wurde 1982 die Kaltwasseranlage zwischen den Vogelvolieren und der Ausstellungshütte neu gebaut. Es entstanden 3 große Betonaquarien, die noch im Sommer mit Fischen besetzt werden konnten. Im Herbst begannen dann die Abrissarbeiten.

1983 wurde der neue kleine Vereinsraum fertig. Die neuen Sanitäranlagen entstanden am Platz der alten Kaltwasseranlage. Zwischen dem großen Vereinsraum und den Sanitäranlagen entstand noch ein Überwinterungsraum für Pflanzen, der später als Zuchtraum für Aquarienfische diente. 1984 wurde ich offiziell zum 2. Tümpelwart gewählt und war somit im Vorstand des Vereins. Die nächste Großmaßnahme betraf unseren großen Teich. Der Weiher war mittlerweile durch das Hochwasser und einfallendes Laub stark verschlammt und hatte nur noch eine geringe Tiefe.

1985 wurde der Versuch unternommen, den Schlamm mit Vakuumpumpfahrzeugen des Abwasserverbandes Fulda abzupumpen. Der Versuch scheiterte, weil zu viel festes Material wie Äste enthalten war. 1986 wurde nach eingehenden Beratungen ein neuer Versuch unternommen, der schließlich erfolgreich war. Es wurde ein tiefer Brunnenschacht gebaut. Hier wurde das Wasser über eine längere Zeit abgepumpt, wodurch sich der Schlamm verfestigen konnte. Nun konnten gefahrlos große Baumaschinen einer Fuldaer Baufirma den Schlamm entfernen. Er wurde hinter einem Damm abgelagert. Gleichzeitig wurde auch noch entlang der Antoniuswiese ein Damm aufgeschüttet, der Sand bei Hochwasser fernhält. Der Damm musste nochmals umgebaut werden, da er nicht ganz den Hochwasserrichtlinien entsprach. Ein Durchlass wurde noch eingebaut damit kein Restwasser auf der Wiese bleibt. Diese Maßnahme war nur durch die Zusage eines Zuschusses des Fuldaer Kulturausschusses zu stemmen. Im Jahr darauf war der Teich wieder biologisch gesundet.

1990 wurde unsere Terrasse saniert und neu gestaltet. Dabei entstand auch eine überdachte Pergola, so daß man sich auch bei Regen dort aufhalten konnte.

In der folgenden Zeit wurde unser Einfahrtsweg bis zum Parkplatz mit Resyclingteer befestigt. Die alte Schotter-Schlaglochpiste war endlich beseitigt. Unter Vermittlung von unserm damaligen Gerätewart Jürgen Blum wurden die Arbeiten mit der Firma Küllmer ausgeführt.

1994 wurden Überlegungen zum Neubau des Ausstellungshauses angestellt und der Vorstand mit den Planungen dazu beauftragt.

Planung neues Ausstellungshaus
Am 19.01.1996 fand dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, deren einziger Tagungspunkt der Neubau war. Für mich persönlich war das ein rabenschwarzer Tag. Der Neubau wurde mit 43 Ja, 3 Enthaltungen und einer Neinstimme genehmigt. Die Neinstimme kam von mir. Ich war nicht generell gegen den Neubau, der ja dringend erforderlich war. Mir ging es nur um den Standort. Der befand sich genau dort, wo sich ein großer Teil meiner Heidelandschaft und das große Rosenbeet befanden. Das war alles somit für immer verloren. In der folgenden Zeit zog ich mich etwas aus dem Vereinsleben zurück.

Im März 1997 begannen die Arbeiten zum Neubau. Vorweg müssten noch neue Gehege für unsere Wasser- und Landschildkröten gebaut werden, da die alten Gehege genau im Baubereich lagen. Die neue Anlage entstand durch Umbau und Sanierung im Bereich der Vogelgehege. Die große Entenvoliere musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Am 11.07.1997 wurde Richtfest gefeiert. Ende 1997 waren die Arbeiten zum Ausstellungshaus soweit fortgeschritten, dass die Innenausbauarbeiten beginnen konnten. Bei den Arbeiten bin ich dann wieder voll eingestiegen. Es machte doch keinen Sinn einfach weiter zu trauern. Außerdem war mal wieder Not am Mann wegen der geringen Zahl der Arbeitskräfte.

Die Arbeiten zogen sich über einen längeren Zeitraum dahin. Das lag daran, dass die Arbeiten wieder hauptsächlich in Eigenleistung und nur nach Feierabend und an den Samstagen stattfinden konnten. Die Eröffnung der Ausstellungsräume verzögerte sich also weiter.

Start der Ausstellung im Rudi-Schmitz-Haus
Am 14.05.2000 war es endlich soweit. Die Ausstellung im neuen Ausstellungsgebäude wurde pünktlich zu unseren 75 jährigen Vereinsjubiläum eröffnet. Auch in dieser Ausstellung habe ich wieder ein Aquarium übernommen und pflege es noch heute. So wurde die größte und teuerste Baumaßnahme in unserer Geschichte abgeschlossen.

Leider starb noch im Jahr 2000 mein Vater. Er war Jahrzehnte lang Tümpelwart und teilweise „Mädchen für alles“ im Tümpelgarten.

2001 wurde gegenüber von unserem Vereinsgelände, auf der anderen Seite der Maberzeller Straße, ein Tegutmarkt gebaut. Dadurch wurde auch unser Einfahrtsbereich zur Straße umgebaut. Es wurde eine Ampelanlage mit einer eigenen Kontaktschleife in unserer Ausfahrt gebaut. Eine Ein- und Ausfahrt mit eigener Ampelschaltung hat nicht jeder. Das gibt es nur bei uns.

2002 wurde zu Ehren unseres langjährigen 1. Vorsitzenden das Ausstellungshaus auf den Namen „Rudi-Schmitz-Haus“ getauft.

Unser Goldfischteich und der Rest der Heidelandschaft waren nun in die Jahre gekommen. Von 2006 bis 2007 wurde alles unter Federführung von Rolf Grasser saniert und umgebaut. Der Teich wurde vergrößert, vertieft und mit einer neuen Teichfolie ausgelegt. Ein Klärteich mit Bachlauf und Wasserfall zum Teich wurden angelegt. Das Gelände um den Weiher wurde neu gestaltet und mit neuen Wegen aus Buntsandstein versehen. Die Technik für den Teich wurde unter Vermittlung von Rolf Grasser von der Firma Heissner gespendet. Ebenso wurde ein Holzpavillon errichtet, der von Zahnarzt Dr. Bernd Robert Koch gesponsert wurde.

Neben dem Pavillon steht eine große Birke. Sie ist einer von zwei Bäumen im Gelände, die mir sehr am Herzen liegen. Dieser Baum ist die einzige Pflanze, die noch aus dem alten Tümpelgarten stammt und bis heute überlebt hat. Der zweite Baum ist die große Buche, die neben unserer Terrasse steht. Die habe ich selber vor etwa 50 Jahren als kleines Bäumchen gesetzt.

In den folgenden Jahren ging es mit anderen Baumaßnahmen weiter. Der Eingangsweg wurde mit einer festen Teerdecke bis zum Ende des Parkplatzes versehen. Einen ganzen Sommer lang wurden immer mal wieder Fuhren mit gebrauchten Pflastersteinen abgeladen. Alles auch wieder unter Vermittlung von Jürgen Blum und mit Hilfe der Firma Küllmer. Die Steine wurden per Handarbeit aus dem mitgelieferten Schotter aussortiert und auf Paletten gelagert.

Im Jahr darauf wurde unser Parkplatz komplett in Handarbeit eingefasst und gepflastert. Endlich konnte man sich sauber und trocken Fußes dort bewegen. Außerdem blieb dadurch unser Vereinsheim wesentlich sauberer.

Am anderen Ende unseres Geländes baute die Stadt Fulda eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Fulda. Unser Gelände wurde mit einem geteerten Weg vom Parkplatz zum neu gebauten Fuß- und Radweg angeschlossen. Ein neues Tor wurde in diesem Bereich errichtet. Dieses ist immer zu den Öffnungszeiten unserer Ausstellung an Sonn und Feiertagen geöffnet.

Umbau uns Sanierung Vereinsheim
Ende Juni 2010 wurde mit dem Umbau und der Sanierung unseres Vereinshauses begonnen. Der große und kleine Raum erhielten ihr heutiges Aussehen und die Terrasse wurde neu überdacht. Unsere alte Pergola wurde am Rand des Parkplatzes aufgestellt und dient nun beim Sommerfest der Unterbringung des Kassierers und der Tombola. Die Terrasse wurde überarbeitet. Sie wurde etwas vergrößert und mit Sandsteinblöcken neu eingefasst. Außerdem wurde neu gepflastert und ein barrierefreier Weg auf die Terrasse und ins Haus angelegt. Zwischendurch nahm ich eine kurze Auszeit als Tümpelwart.

Im November 2012 verstarb leider unser 2. Tümpelwart Norbert Thiele. Infolgedessen wurde ich erneut wieder zum 2. Tümpelwart gewählt.

Im Jahr 2013 wurde unser Kinderspielplatz im Rahmen einer sogenannten „72 Stunden-Aktion“ komplett umgestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Dies war eine Initiative vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, ausgeführt durch die Pfadfinder DPSG St. Andreas Fulda.

In den weiteren Jahren wurden die üblichen Pflege- und Aufräummaßnahmen weiter fortgeführt. Dabei sind die Tümpelwarte natürlich immer auf die Hilfe von allen Mitgliedern angewiesen. Schön ist es, wenn einzelne Aufgaben wie zum Beispiel das Rasenmähen übernommen werden. Hier kommt unser Vereinsmitglied Michael Lomb ins Spiel, „der Rasenmähermann“. Sein größter Feind ist der Maulwurf. Michael kümmert sich selbständig um diese Aufgabe und alles sieht immer super gepflegt aus. Eine große Entlastung für uns Tümpelwarte.

In den Jahren 2020 und 2021 kam das normale Vereinsleben durch die weltweite Coronapandemie fast vollständig zum Erliegen. Alle Veranstaltungen mussten abgesagt werden, und die Ausstellung blieb geschlossen. Alle Arbeiten konnten nur unter den geltenden Regeln erfolgen. Im Jahr 2021 konnten dann wenigstens einige Veranstaltungen unter den Abstandsregeln durchgeführt werden. 2022 konnten wir dann wieder langsam zum normalen Betrieb übergehen. In diesem Jahr wurden unsere Sanitäranlagen renoviert. Dies erfolgte durch die Vereinsfreunde Stefan Ubrich, Harald Bolz, Peter Fritschi, Andreas Schuppelius und Klaus Fuchs.

2023 wurde die alte Pergola abgerissen und bis zum Jahr 2024 unter Regie von Alexander Traber neu gebaut.

Auch im Jahr 2025 wurden im milden Januar und Februar schon wieder große Arbeiten ausgeführt. Der alte Werkzeugschuppen wurde abgerissen. Der Platz wurde eingeebnet und mit einem Fundament versehen. Hier entstand der neue Werkzeugschuppen in Form einer Fertiggarage. Außerdem wurde der Hutzelfeuerplatz mit Betonborden eingefasst und gepflastert. Dieser Bereich wurde mit einem ebenfalls gepflasterten Weg mit dem Parkplatz verbunden. Federführend war hier Lukas Fuchs.

Auch mit dem Bau einer Freilandanlage für einheimische Eidechsen und Schlangen wurde neben der Schildkrötenanlage begonnen.

Über die ganzen Jahre hinweg waren viele Mitglieder als Tümpelwart aktiv. Zu nennen sind da: Georg Rösch, Leopold Hamp, Wolfgang Gerlich, Willi Glück, Wilhelm Bothe, Gerhard Schröter, Ludwig Schindler, Eugen Klüber, Martin Schrimpf, Norbert Thiele, Uwe Kim, Pascal Hillenbrand, Helmut Klimasch und letztendlich ich selbst - Jürgen Hamp.

Natürlich haben uns über all die Jahre die anderen Vereinsmitglieder unterstützt. Besonders schwer hatten es alle, die ganz am Anfang mit nichts dastanden und mit einfachsten Mitteln den Neustart begonnen haben. Leider sind viele von ihnen nicht mehr unter uns. Ich habe sie alle noch gekannt und werde sie nie vergessen.

Damit sind wir wieder am Anfang dieser Geschichte.

Wenn ich so manchmal auf unserer Terrasse im Tümpelgarten sitze und mal die Augen schließe denke ich mir - wie geht es weiter?

Es geht weiter. Ich blicke auf über 64 Jahre Tümpelgarten zurück. Seit September 2022 bin ich Ehrenmitglied. Tümpelwart bin ich noch immer. Seit März 2024 bin ich endlich Pensionär.

Es geht also weiter, denn ein Vereinsgelände in dieser Güte muss weitergepflegt werden, und auch die Aquaristik und Terraristik stehen weiter im Vordergrund unseres Vereins. Das Problem ist nur, dass sich alles auf immer weniger Leute verteilt. Neue Mitglieder zu bekommen wird immer schwieriger. Die vielfältigen Freizeitangebote heutzutage und das Internet stellen für viele Vereine ein großes Problem dar.

Aber unser Verein ist etwas Besonderes. Bei all den anfallenden Arbeiten kommt eine Sache nie zu kurz und das ist die Geselligkeit. Ob beim Sommerfest, Herbstfest mit Saugrillen, Helferfest, Kesselfleischessen, Forellenräuchern, Grillabende oder auch nur so abends nach Feierabend – Gründe zum gemeinsamen Feiern gibt es viele. Das gehört zu einem lebendigen Vereinsleben dazu. Vielleicht bekommt ja doch jemand Lust, bei uns in Zukunft mitzumachen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich in so einem Verein einzubringen und zu verwirklichen. Neue aktive Mitglieder sind immer willkommen.

Wir würden uns freuen.

Bis bald vielleicht in unserem schönen Tümpelgarten an der Maberzeller Straße.

Ihr
Jürgen Hamp
(1. Tümpelwart)

 
Text: Jürgen "Poldi" Hamp
Fotos: Sven Haustein

 
#100jahrescalarefulda

 

   


Der Tümpelgarten ist das Vereinsgelände des Aquarien- und Terrarienvereins
"Scalare" 1925/55 e.V. Fulda an der Maberzeller Straße 40 (B 254,
stadtauswärts Richtung Alsfeld vor dem Viadukt - gegenüber vom Tegut-
Lebensmittelmarkt)

 

Insgesamt 3 Tümpel sind auf dem Vereinsgelände zu finden, die aus
Altarmen der vorbeifließenden Fulda entstanden sind.

 

Das Gelände ist naturbelassen und bietet somit Lebensraum
für Tiere und Pflanzen.

 

Enten auf dem großen Tümpel...

 

...die im Wasser ausreichen Nahrung finden.

 

Bei Hochwasser werden Fische aus der angrenzenden Fulda in die
Tümpel gespült, die dem Graureiher als Nahrung dienen.

 

In den Tümpeln leben Amphibien...

 

...die sich in den natürlichen Biotopen vermehren vermehren.

 

Natur pur: Seerosen auf dem großen Tümpel.

 

Das Vereinsheim (rechts) und das Ausstellungshaus von der Seeseite aus.

 

Ehrenmitglied Jürgen Blum nannte die Terrasse im Tümpelgarten einmal
den schönsten Biergarten von Fulda.

 

Die Ausstellung im Rudi-Schmitz-Haus gibt es seit 25 Jahren...

 

Die Georg-Rösch-Hütte dient als Geräteschuppen. Früher befand sich
hier die Aquarein- und Terrarienausstellung. Sie wurde nach dem
früheren Tümpelwart Georg Rösch benannt, der 1975 verstarb.

 

Der Tümpelgarten in Fulda ist ein Ort für Familien. Der Spielplatz
ist in Sichtweite der Terrasse und Eltern haben somit einen guten Blick
auf ihre Kinder.

 

Auf dem Vereinsgelände gibt es Volieren mit Vögeln, Eichhörnchen und
Schildkröten.

 

In der Kaltwasseranlagen leben einheimische Fische.

 

Im oberen Bereich des Vereinsgeländes befindet sich ein Teich...

 

mit einem angelegten Bachlauf.

 

Der Pavillion ist ein beliebter Ort zum Verweilen.

 

Das Gelände ist weitestgehend naturbelassen.

 

Im Tümpelgarten findet man viele verschiedene Lilienarten.

 

Eine winterfeste Kaktee...

 

...die im Sommer blüht.

 

Im Tümpelgarten sind viele Insekten zu finden, sowohl an Land...

 

...als auch am Wasser.

 

Die Nistkästen werden gerne angenommen.

 

Einige Vogelarten bauen ihre Nester in Büsche und Bäume.

 

Ein Jungvogel im Tümpelgarten.

 

Die Bäume und Brutkästen werden von Eichhörnchen genutzt.

 

Das Vereinsgelände ist regelmäßig von Hochwasser betroffen...

 

da es direkt an der Fulda (Fluss) liegt.

 

Die Fulda am Tümpelgarten in Fulda.

 

Vom Gelände aus ist der Frauenberg mit seiner Klosterkirche zu sehen
und die Trumspitzen des Fuldaer Doms.

 

Er prägt den Tümpelgarten seit 60 Jahren: Jürgen "Poldi" Hamp,
der 1. Tümpelwart und Ehrenmitglied der Fuldaer "Scalare" ist.

© by Aquarien- und Terrarienverein "Scalare" 1925/55 e.V. Fulda