Ehrenmitglied Willi Bothe verstorben
Fuldaer „Scalare“ trauern um langjährigen Tümpel- und Fachwart
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Die Fuldaer „Scalare“ trauern um ihr langjähriges Vorstandsmitglied und Ehrenmitglied Willi Bothe, der nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Willi Bothe trat vor fast 50 Jahren in den Fuldaer Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ ein. Als begeisterter Aquarianer und Naturfreund wurde er bereits 1979 als 2. Tümpelwart in den Vorstand gewählt, an der Seite von Leopold Hamp († 2000). Ein paar Jahre später wurde er dann 1. Tümpelwart und übernahm dieses Amt für 6 Jahre. Willi Bothe war jahrzehntelang Beckenpfleger in der Ausstellung. Er war Vollblutaquarianer, der ein unglaubliches Wissen besaß und schwierige Arten erfolgreich züchtete. Als er Rentner wurde, startete er im Verein noch einmal richtig durch und übernahm die Verantwortung für die gesamte Aquarien- und Terrarienausstellung als Fachwart von 2010 bis 2017. Die Aquaristik erlebte in dieser Zeit einen Aufschwung bei den Fuldaer „Scalaren“, der unglaublich war. Im Verein hatte es über viele Jahre keine Zierfischbörsen mehr gegeben. Willi organisierte gemeinsam mit Markus Jäger und Michael Maul in 2009 eine Börse, die über einige Jahre erfolgreich fortgeführt wurde. Viele Vereinsmitglieder begannen durch seinen Impuls wieder zu züchten und das Hobby dominierte die Gespräche im Verein. Viele Jahre begleitete Willi Bothe die Treffen des VDA-Arbeitskreises Lebendgebärende Aquarienfische, die ihre Jahrestreffen und Börsen in Fulda veranstalteten. Zusammen mit dem langjährigen Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Reinhold Nickel aus Lübeck organisierte er die Treffen. Willi war als Züchter und Zierfischexperte ein Begriff in der aquaristischen Szene in Deutschland. Lebendgebärende Zahnkarpfen zählten zu seinen Lieblingsfischen. Über viele Jahre pflegte er seltenen Arten, die er auch in den Aquarien der Ausstellung im Tümpelgarten zeigte. Willi war einer der ersten im Verein, der sich intensiv mit Endler-Guppys beschäftigte und besondere Farbvarianten in seiner Zuchtanlage zuhause pflegte. Willi kannte sich auch mit Aquarienpflanzen gut aus und viele Vereinsmitglieder profitierten von seinen Ablegern, die er großzügig abgab. Willi Bothe war ein Macher und geschickter Handwerker, der unglaublich viel wusste und konnte. Beim Neubau der Aquarien- und Terrarienausstellung in den Jahren 1997 bis 2000 übernahm er Arbeiten beim Innenausbau. Er war nicht nur bei der Planung maßgeblich beteiligt, er baute u.a. damals zusammen mit Horst Rose († 2026) die Wasser- und Luftleitungen in der Ausstellung. Ein durchdachtes Konzept, dass auch heute noch nach über 25 Jahren funktioniert und besteht. Auch am Schildkrötenbehälter war er maßgeblich beteiligt. Eine seiner letzten großen Aktionen war in 2018 der Umbau in der Ausstellung für das 4.500-Liter-Aquarium. Hier war Willi nicht nur Projektplaner, sondern er setzte es auch um und übernahm die notwendigen Arbeiten. Egal ob Ausstellung, Veranstaltungen, Arbeitseinsätze oder Vorstandsarbeit - Uschi und Willi Bothe übernahmen immer Verantwortung. Der Tümpelgarten war ihr Mittelpunkt, die Vereinsmitglieder ihre Freunde. So war es völlig normal, den Jahresurlaub mit Vereinsfreunden auf dem Campingplatz in Kroatien zu verbringen. Willi war ein begnadeter Skifahrer. Und so kam es auch zu Skiurlauben unter Vereinsfreunden im Zillertal. Er war leidenschaftlicher Hobbykoch. So ging es bei Unterhaltungen im Verein oft um Kochen und gutes Essen. Die Vereinsmitglieder kamen immer wieder in den Genuss, seine Kochkünste zu genießen. Willi Bothe war Planer, Stratege und Handwerker und Motivator - ein echtes Multitalent. Im Januar 2024 verstarb Willis Frau Uschi Bothe, die über viele Jahre die Kassiererin des Fuldaer Aquarienvereins war. Ihr viel zu früher Tod belastete Willi Bothe und Tochter Andrea. Willi war zu diesem Zeitpunkt selbst krank und hatte in den letzten Jahren einige Chemotherapien über sich ergehen lassen. Wenige Wochen vor seinem Tod hatte er sich noch einmal für eine Chemotherapie entschieden. Kurz nach seiner Entscheidung verschlechtere sich sein Gesundheitszustand von einem auf den anderen Tag. Nach einer Behandlung auf der Palliativstation wurde er ins Hospiz in Fulda verlegt. Er bekam viel Besuch von seinen Nachbarn aus der Wohlhaupterstraße, mit denen er ein freundschaftliches Verhältnis pflegte und natürlich von seinem Vereinsfreunden aus dem Tümpelgarten. Sein Bruder reiste regelmäßig aus Salzgitter an und seine Tochter Andrea, die im Tümpelgarten groß geworden ist, kümmerte sich täglich um ihn. Über acht Jahre kämpfte er gegen den Krebs an. Trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen verlor er nie seinen Optimismus. Selbst in den vielen Wochen im Hospiz hatte er die Hoffnung, noch einmal zuhause leben zu können. Er war in allen Lebenslagen ein Kämpfer, der nie aufgab. Willi Bohte war Vorbild und der Verein wäre ohne sein Wirken ein anderer. Wir, die Fuldaer „Scalare“ sind ihm und seiner verstorbenen Frau Uschi zu großem Dank verpflichtet. Wir wünschen seiner Familie, aber insbesondere seiner Tochter Andrea, die den Verlust ihrer Mutter und ihres Vaters in so kurzer Zeit erleiden musste, viel Kraft.
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