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Vereinschronik der Fuldaer "Scalare"

Vereinschronik anläßlich des 100-jährigen Jubiläums im Jahre 2025

Gleich vier Jubiläen feiert der Aquarien- und Terrarienverein "Scalare" 1925/55 e.V. Fulda im Jahr 2025. Der 1925 gegründete Verein wird 100 Jahre alt. Den Tümpelgarten gibt es seit 60 Jahren am Standort Maberzeller Straße in Fulda. Im Jahr 2000 ging die Aquarien- und Terrarienausstellung im Rudi-Schmitz-Haus nach 3 Jahren Bauzeit in Betrieb. Die Webseite des Vereins startete ebenfalls im Jahr 2000 und wird dieses Jahr am 3. Oktober 25 Jahre alt.

Vereinsgründung
Elf naturverbundene Freunde trafen sich im Mai des Jahres 1925 in der Fuldaer Gaststätte "Zum Schützen". Ihr Hobby war die Aquaristik. Sie beschlossen, einen Verein zu gründen und gaben ihm den Namen "Seerose". Den Vorsitz übernahm Wilhelm Winter. Er verstarb als letztes Gründungsmitglied im 93. Lebensjahr, kurze Zeit nach dem sechzigjährigen Vereinsjubiläum.

Ab dem 1. Juli 1926 schloss sich der Verein dem VDA (Verband Deutscher Aquarien- und Terrarienvereine) Gau 18 (Maingau) an und führte schon im zweiten Jahr seines Bestehens eine Aquarienausstellung durch. Diese gelungene Werbeschau fand vom 3. bis 8. September 1926 im Roten Saal der Orangerie statt und wurde mit der Bronzenen Medaille des VDA honoriert.

1927 richtete der Aquarienverein zum ersten Mal den Gautag des Maingaus 18 im VDA in Fulda aus. Hier wurden Kontakte zu anderen Vereinen geknüpft und dem Hanauer Aquarienverein im Juli 1927 in seinem damals schon bestehenden Tümpelgarten ein Besuch abgestattet.

Durch das dort Gesehene wurde der schon länger gehegte Wunsch nach einer eigenen Freilandanlage mit Futtertümpel bekräftigt. Noch im gleichen Jahr, vom 28.08. bis 04.09.1927, konnte erneut eine Ausstellung - diesmal in der Stadtschule - durchgeführt werden. Hier wurden neben einheimischen und exotischen Fischen in den Aquarien auch Eidechsen, Schlangen, Kröten und andere einheimische Tierarten in den Terrarien gezeigt. Besonderer Anziehungspunkt waren hierbei sieben Nordseeaquarien. Diese Ausstellung war ebenfalls ein großer Erfolg und wurde vom VDA mit einer Medaille belohnt. Im darauffolgenden Jahr war es dann endlich soweit: Ab dem 01.07.1928 wurde ein ca. 800 qm großes Sumpfgelände an der städtischen Bleiche gepachtet und so der große Wunsch nach einer Freilandanlage verwirklicht. Nachdem ein Futterteich geschaffen war, wurde das Gelände nach und nach zum Erholungsgebiet der Mitglieder ausgebaut. Leider lag die Fläche im Hochwassergebiet der Fulda, und es waren immer wieder viele Helfer nötig, um die Hochwasserschäden zu beseitigen.

Deshalb wurde später ein etwa 3.000 qm großes Gelände hinzu gepachtet. Nun wurden an jedes Vereinsmitglied Bausteine zum Wert von je 0,50 Reichsmark zum Verkauf an Firmen und Bekannte ausgegeben, um den jährlichen Pachtzins von 20 Reichsmark und Mittel für den weiteren Ausbau aufzubringen. Die Zahl der Mitglieder war inzwischen auf etwa 50 Personen angestiegen und der Ausbau ging recht zügig voran. Anlässlich einer Werbeveranstaltung im Oktober 1928 wurde der damalige 1. Vorsitzende des VDA, Freund Schritte, in Fulda begrüßt. Bei der Besichtigung der Freilandanlage brachte er seine Anerkennung für das von den Mitgliedern Geleistete zum Ausdruck und gab Anregungen für den weiteren Ausbau der Anlage. Sein Dia-Vortrag "Aus dem Reich der Tiere" fand großen Anklang und man beschloss, nun alle 14 Tage Versammlungen mit Fachvorträgen und Dia-Serien durchzuführen.

Eine dritte Ausstellung richtete der Verein vom 11. bis 18. August 1929 im Kaisersaal des Stadtschlosses aus. Für den Aufbau und die Einrichtung der ca. 100 Aquarien und Terrarien stand nur ein Tag zur Verfügung. In den Behältern wurden außer vielen exotischen und einheimischen Fischarten auch Nordseetiere, Schlangen und exotische Vögel gezeigt. Hierfür wurde dem Verein vom Gau 18 die Silberne Medaille verliehen.

Unermüdlich wurde inzwischen das Vereinsgelände weiter ausgebaut. Ein Gewächshaus, in dem auch Wasserpflanzen nachgezogen wurden, sowie verschiedene Volieren und ein Freilandterrarium wurden geschaffen.

Vom 12. bis 28. August 1931 fand eine weitere Ausstellung in der damaligen Reithalle im Schlossgarten statt, für die der Verein mit der Goldenen Medaille des Gau 18 (VDA) ausgezeichnet wurde.

In 1936 wurde das Vereinsgelände auf 19.400 qm vergrößert und dem weiteren Ausbau alle Kräfte gewidmet. Ein massives Vereinshaus entstand und für einheimische Tierarten wurden Unterkünfte gebaut. An diesen Arbeiten waren neben einer Maurerklasse der damaligen Berufsschule auch Kräfte der Reichswehr beteiligt. Unter dem Namen "Heimattiergarten" erfreute sich das Gelände großer Beliebtheit bei Jung und Alt bis zum Ausbruch des Krieges in 1939. Dann wurde die Freilandanlage leider ein Opfer der Zeit; durch die Kriegswirren mussten viele Tiere veräußert werden oder gingen durch die Umstände ein. Ein Vereinsfreund kam bei einem Bombenangriff um. Nach Ende des Krieges wurden die Gebäude zur Unterbringung Obdachloser genutzt und sämtliche Vereinsakten und Unterlagen sowie die stattliche Vereinsbibliothek gingen verloren.

Da nach dem Ende des Krieges zunächst jegliche Vereinstätigkeit durch die Militärregierung untersagt war, konnte man sich nur in unregelmäßigen Abständen zu Aussprachen treffen. Die Vereinsarbeit war erst ab 1948 wieder möglich und es konnten regelmäßige monatliche Versammlungen stattfinden. Da ja das Vereinsgelände verloren war, beteiligten sich die Vereinsmitglieder am Aufbau des damaligen Schlossaquariums.

Umbenennung des Vereinsnamens
Am 17. Mai 1955 wurde der Verein in Aquarien- und Terrarienverein "Scalare" 1925/55 e.V. Fulda umbenannt und die Vereinsarbeit intensiviert. Den Vorsitz übernahm Fritz Zirkenbach.

Vom 14. bis 22.04.1956 richtete der Verein unter dem Motto "Natur im Heim" seine erste Ausstellung nach der Umbenennung im Roten Saal der Orangerie aus. Hier fand auch die Frühjahrsbezirkstagung des VDA Bezirks 18 statt.

Die vielen Erfolge bei der Nachzucht von Zierfischen weckten bei den Mitgliedern erneut den Wunsch nach einer Freilandanlage mit Futtertümpel. Nach längerem Bemühen konnte ab Januar 1960 ein ca. 1.600 qm großes Gelände mit Tümpel in der Fuldaaue gepachtet werden. Nach Herrichtung des Geländes und dem Bau einer Hütte wurde es am 24. Juni 1962 unter dem damaligen Vorsitzenden Helmut Koch eingeweiht. Das freudige und unermüdliche Bestreben der Mitglieder, den Tümpelgarten zu einem Schmuckstück des Vereins auszubauen, wurde allerdings jäh gestoppt. Der Verein erhielt von der Stadt Fulda die Auflage das Gelände bis 1968 zu räumen, da es für Kiesbaggerungen benötigt wurde.

Als Nachfolger von Helmut Koch übernahm Günter Meetz das Amt des 1. Vorsitzenden. Ihm folgte Walter Schleicher.

Tümpelgarten am Standort Maberzeller Straße
Bereits am 12. August 1967 konnte durch die Vermittlung der Stadtverwaltung ein Pachtvertrag für ein Teilgelände an der Maberzeller Straße mit dem damaligen Pächter Ferdinand Wiegand abgeschlossen werden, mit dem der Verein seit 1965 in Kontakt stand. Das gesamte Areal mit ca. 13.000 qm war im Besitz der Auerhahn-Brauerei Schlitz. Nachdem Wiegand das restliche Gelände freigab, konnte zum 01.01.1971 mit der Brauerei ein neuer Pachtvertrag über das gesamte Gelände abgeschlossen werden, das inzwischen von der Stadt Fulda erworben wurde. Nun ging es - für viele Vereinsmitglieder schon zum dritten Male - daran, einen neuen Tümpelgarten aufzubauen. Die Mittel hierfür wurden erneut mit Hilfe einer Bausteinaktion aufgebracht. Nach 3 Jahren harter Arbeit war das versumpfte Gelände gesäubert, Sträucher und Blumen angepflanzt und es entwickelte sich immer mehr zu einer Oase der Erholung. Am 30. Mai 1970 war es dann so weit, der neue Tümpelgarten wurde unter dem damaligen Vorsitzenden Josef Köck feierlich eingeweiht. Gleichzeitig fand in dem neu erbauten Vereinshaus eine Aquarienausstellung mit Konchylienschau statt. Ab 1972 wurde eine ständige Ausstellung im Vereinshaus eingerichtet. Um aber den Besuchern einen noch größeren Einblick in das Hobby der Mitglieder zu vermitteln, wurde eine Mehrzweckhütte gebaut. Sie konnte anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums am 24. und 25. Mai 1975 eingeweiht und die 1. Ausstellung darin eröffnet werden. Auch die Frühjahrsbezirkstagung des VDA Bezirks 18 fand in Fulda statt, hier wurde dem Verein die Silberne Plakette des VDA verliehen. Wenig später wurde die Hütte in Würdigung der Verdienste und seiner für den Verein geleisteten Arbeiten nach dem kurz nach den Feierlichkeiten verstorbenen Ehrenmitglied Georg Rösch benannt. Er war weit über die Grenzen Fuldas hinaus bekannt und wurde liebevoll nur "Tümpelschorsch" genannt.

Im Jahr 1976 musste der inzwischen baufällig gewordene Anbau des Vereinshauses abgerissen werden. Um auch der gestiegenen Mitgliederzahl Rechnung zu tragen, wurde noch im gleichen Jahr der Rohbau für ein größeres Vereinshaus erstellt. Zur Feier des 10-jährigen Bestehens des Tümpelgartens am 2.10.1977 konnte der Neubau unter dem 1. Vorsitzenden Rudolf Schmitz feierlich eingeweiht werden. Gleichzeitig fand ein aquaristisches Wochenende mit Vorträgen bekannter Referenten statt.

Mittlerweile wurde auch die alte Vereinshütte, eine frühere Notunterkunftsbaracke, erneuerungsbedürftig und auch die sanitären Anlagen genügten den Anforderungen nicht mehr. Doch zunächst wurde die alte Kaltwasseranlage durch drei große Betonaquarien ersetzt, die im Sommer 1982 erstmals mit einheimischen Fischen besetzt werden konnten. Im Herbst des gleichen Jahres begannen der Abriss der alten Hütte und der Anbau des kleinen Versammlungsraumes und der neuen sanitären Anlagen sowie eines Überwinterungsraumes für die Tiere der Außenanlage. In diesen Anbau wurde ein Schauaquarium mit 1.400 Litern Inhalt integriert und auch die Vereinsbücherei fand hier ihren Platz. Diese Baumaßnahmen konnten rechtzeitig zur Bezirkstagung des VDA Bezirks 18 am 13.04.1983 abgeschlossen werden.

Am 25.10.1985 feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen. Zu diesen Feierlichkeiten, unter der Schirmherrschaft des Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hamberger, fanden sich viele Ehrengäste und Gratulanten aus nah und fern im Tümpelgarten ein. Das Jubiläum wurde mit einem aquaristischen Wochenende, an dem hochkarätige Vorträge bekannter Referenten geboten wurden, sowie einer Fischbörse abgeschlossen.

Doch bereits im Herbst 1985 sah sich der Verein einer erneuten Herausforderung gegenübergestellt. Der große Weiher war unter anderem durch Hochwassereinwirkung so stark verschlammt, dass eine Sanierung dringend angeraten war. Erste Informationsgespräche zur Lösung dieses Problems führten zu keinem Ergebnis. Die Versuche den Schlamm abzupumpen scheiterten bereits nach kurzer Zeit. Erst durch die Beratung und die tatkräftige Unterstützung eines Freundes und späteren Mitglieds gelang es, den Weiher auf Dauer trocken zu halten. Erst dann konnten gefahrlos technische Großgeräte eingesetzt und das Ausbaggern durch eine Fuldaer Baufirma zum Abschluss gebracht werden. Diese kostenintensive Sanierung des früher sogenannten "Toten Weihers" konnte nur durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Fulda bewältigt werden. Bereits im nächsten Frühjahr war der Tümpel biologisch wieder gesundet und konnte auch wieder zur Entnahme von Lebendfutter für im Vereinsgelände und zu Hause gepflegter Tiere dienen.

VDA-Bundeskongress in Fulda
Vom 6. bis 8. Mai 1988 wurde der VDA-Kongress, das bundesweite Treffen gleichgesinnter Hobbyfreunde, in Fulda durchgeführt. Die Schirmherrschaft übernahm Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger. Diese Großveranstaltung in der Orangerie stellte der damalige VDA-Präsident Jürgen Grobe unter das Motto: "Einigkeit macht stark". Sehr viele Besucher aus der gesamten Bundesrepublik und einigen Nachbarstaaten fanden sich in Fulda ein um über das gemeinsame Hobby zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Erkenntnisse aus dem umfangreichen Vortragsprogramm mit nach Hause zu nehmen. Sehr viel Lob wurde dem Verein für die Vereinsanlage "Tümpelgarten" und die Aquarien- und Terrarienausstellung von einem großen, fachlich versierten Publikum ausgesprochen. Begeistert von der schönen Heimatstadt Fulda, versprachen viele Besucher wiederzukommen.

Die Bestrebungen des Vereins in die Landesgartenschau 1994 einbezogen zu werden, gingen leider nicht in Erfüllung. Während der gesamten Dauer der Landesgartenschau war das Vereinsgelände und die Ausstellung für interessierte Besucher geöffnet, an den Wochenenden wurden Vorträge zum Hobby, zum Natur- und Umweltschutz, über einheimische Biotope und Tierarten und zur Gartengestaltung angeboten. In einer viertägigen Ausstellung unter dem Thema "Wochenende der Aquarianer" im Orangeriepavillon konnte sich der Verein vom 8. bis 11. September 1994 vorstellen und die Besucher mit Vorträgen sowie mehreren Aquarien und Terrarien für das Hobby begeistern.

Wohl einmalig in der Geschichte Fuldaer Vereine dürfte eine gemeinsame Veranstaltung zum Jubiläum "1250 Jahre Fulda" gewesen sein. Durch die langjährigen freundschaftlichen Kontakte zu den Nachbarvereinen, dem Kanu-Club und der Marinekameradschaft Fulda, war die Idee gereift, einmal gemeinsam vor der Öffentlichkeit des Stadt und Landkreises Fulda aufzutreten. Die natürliche Grenze, die Fulda, wurde durch eine provisorische Flussbrücke aufgehoben und das Wochenende der offenen Vereinsheime mit vielen gemeinsamen Veranstaltungen vom 9. bis 10. Juli 1994 begangen.

Im Rahmen des Sommerfestes konnte der Verein vom 24. bis 26. Juni 1995 das siebzigjährige Vereinsbestehen mit Vertretern des Magistrats der Stadt Fulda, des Landkreises, politischen Vereinigungen und vielen befreundeten Vereinen feiern. Bei dem damaligen Festkommers äußerte der Verein den Wunsch nach einer neuen Anlage, um den Fortbestand der jährlich neu gestalteten Aquarien- und Terrarienausstellung auch für die Zukunft sicherzustellen. Nach mehrjähriger Vorbereitung lagen bereits Pläne zum Neubau einer Ausstellungsanlage vor. Eine Sanierung der Georg-Rösch-Hütte, die die Ausstellung über 20 Jahre beherbergte, war nicht mehr möglich. Am 19.01.1996 fanden bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die vorgestellten Baupläne die Unterstützung der Mitglieder. Nach der Zusage der Stadt Fulda für finanzielle Unterstützung und mit Hilfe einer Bausteinaktion durch die Mitglieder war auch die Finanzierung gesichert, und es wurden die Unterlagen zur Genehmigung eingereicht. Doch zunächst mussten neue Gehege für die Land- und Wasserschildkröten errichtet sowie die Vogel- und Entenvolieren erneuert werden.

Nachdem die Baupläne, bedingt durch neue Verordnungen des Natur- und Artenschutzgesetzes, überarbeitet waren, wurde im Dezember 1996 die Baugenehmigung erteilt. Im März 1997 begannen, sobald es das Wetter zuließ, die Bauarbeiten und bereits am 11.07. konnte Richtfest gefeiert werden. Nach der Winterpause wurden die Arbeiten zum Innenausbau in Angriff genommen, die allerdings mehr Zeit als geplant in Anspruch nahmen, da die Arbeiten überwiegend in Eigenleistung erfolgten und sich die Arbeitseinsätze auf die Samstage konzentrierten. Wenn sich auch die Eröffnung der neuen Ausstellungsräume etwas verzögerte, hatte sich der Verein pünktlich zu seinem Jubiläum im Jahr 2000 selbst das schönste Geschenk gemacht - das mit einem erheblichen Kosten- und Arbeitsaufwand erstellte, feierlich eingeweihte neue Ausstellungsgebäude. Im gleichen Jahr wurde der Verein mit der Goldenen Plakette des VDA ausgezeichnet.

Ebenfalls im Jahr 2000 ging die erste Webseite des Vereins online, die unter der Domain www.scalare-fulda.de zu erreichen ist.

Rudolf Schmitz übergibt Vorsitz an Christian Redweik
Rudolf Schmitz gab im März 2002 nach 25 Jahren den Vorsitz an Christian Redweik ab. Das neue Ausstellungshaus erhielt im gleichen Jahr den Namen „Rudi-Schmitz-Haus“. Rudolf „Rudi“ Schmitz wurde zusammen mit dem langjährigen Schriftführer Rolf Schröter und Kassiererin Uschi Bothe zu Ehrenvorständen ernannt. Die drei genannten Vorstandsmitglieder waren als vertretungsberechtigter Vorstand die Verantwortlichen für die größte Investition (Ausstellungshaus) in der Vereinsgeschichte. Der Verein verfügt seit dem nicht nur über Ehrenvorsitzende sondern auch über einen Ehrenschriftführer und eine Ehrenkassiererin.

Im Juli 2005 fand eine internationale Lilienschau im Tümpelgarten in Fulda statt, an der Aussteller aus ganz Europa teilnahmen.

Im Jahr 2006 konnte neben den vielen Süßwasseraquarien und Terrarien wieder ein großes Seewasseraquarium in der Ausstellung in Betrieb genommen werden.

Wenige Jahre nach dem Bau der neuen Ausstellung wurde das Gelände in diesem Bereich neu gestaltet. In den Jahren 2006 und 2007 wurde oberhalb des Gebäudes ein großer Teich angelegt und ein Weg mit Natursteinen gepflastert.

Im Jahr 2009 wurde nach langer Zeit wieder eine Zierfisch- und Pflanzenbörse durchgeführt, die seit dem zweimal pro Jahr stattfand und fester Bestandteil des Terminkalenders wurde. Ebenfalls im Jahr 2009 wurde zum ersten Mal eine Sonderausstellung mit dem Modelleisenbahnclub Fulda im Tümpelgarten unter dem Motto „Krokodil trifft Krokodil“ durchgeführt.

Neubau Vereinsheim
Nachdem im Jahr 2000 die Ausstellung im neu gebauten Rudi-Schmitz-Haus präsentiert werden konnte, war nun die Sanierung des Vereinsheims notwendig geworden, die im Juni 2010 begonnen wurde und im darauf folgenden Jahr abgeschlossen werden konnte. Der Verein verfügt über zwei großzügige Räume, die neben neuem Mobiliar auch mit modernster Medientechnik ausgestattet wurden. Neben der Küche gibt es noch einen Sanitärbereich und einen direkten Zugang zum Rudi-Schmitz-Haus. In diesem Zusammenhang wurde auch die Terrasse neu gestaltet. Der Parkplatz wurde gepflastert und kann gut für Festlichkeiten genutzt werden.

Im März 2010 wurde Horst Rose, der 28 Jahre lang als 1. Fachwart für die Aquarien- und Terrarienausstellung verantwortlich war, zum Ehrenfachwart ernannt.

Im Jahr 2013 wurde der Spielplatz im Rahmen der sogenannten „72-Stunden-Aktion“, einer Initiative vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, durch die Pfadfinder DPSG St. Andreas Fulda komplett umgestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet.

Der Tümpelgarten, wie er sich heute seinen Besuchern präsentiert, ist ein Naherholungsgebiet für die Vereinsmitglieder und die Bevölkerung der Stadt Fulda und seiner Umgebung. In der Außenanlage werden exotische Vögel, Eichhörnchen, Land - und Wasserschildkröten aber auch einheimische Tierarten gepflegt. In der Kaltwasseranlage sind während der Sommermonate heimische Fischarten zu sehen. In der seit 1975 jährlich durchgeführten Ausstellung werden in zahlreichen Aquarien tropische Süß- und Meerwassertiere und in der Terrarienabteilung viele Reptilien vorgestellt. Die „heimlichen Stars“ der Ausstellung sind das Pärchen Kubakrokodile „Klara und Willi“. Neben den Besuchern zu den Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen besuchen pro Jahr unter der Woche ca. 40 Schulklassen und Kindergärten die Ausstellung.

Die Tümpel im Vereinsgelände bieten den Aquarianern Lebendfutter und der Verein betreibt hier aktiven Natur- und Artenschutz. In Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzverein Fulda wurden Nistmöglichkeiten geschaffen, um auch seltenere Vogelarten zu erhalten.

Die überwiegend in Eigenleistung erstellten Gebäude sind der Mittelpunkt des Vereinslebens. Hier trifft man sich zu den an jedem ersten und dritten Freitag im Monat stattfindenden Versammlungsabenden. Es finden regelmäßig Fachvorträge mit namenhaften Referenten statt. Die Jugendgruppe trifft sich ebenfalls monatlich. Die Fuldaer „Scalare“ sind der größte Aquarien- und Terrarienverein in Hessen.

Im Jubiläumsjahr 2015 fand am 10. Oktober ein „Wels-Arterhaltungstreffen“ mit hochkarätigen Vorträgen von vier namenhaften Referenten statt. Diese Veranstaltung hat den Verein über die Grenzen von Fulda hinaus noch bekannter gemacht.

Zuchterfolg Kubakrokodile
Ebenfalls im Jubiläumsjahr 2015 konnte der Verein seinen bisher größten Zuchterfolg verzeichnen. Den Vereinsmitgliedern Markus Jäger, Matthias Frank und Melanie El Mohamad war die Zucht der Kubakrokodile gelungen. Dieser Erfolg ist deutschlandweit erstmalig und fand ein großes Medienecho. Der Verein hatte zu diesem Anlass zur Pressekonferenz eingeladen und so wurde im Fernsehen, Radio und in den Print- und Onlinemedien ausführlich über die jungen Kubakrokodile (Crocodylus rhombifer) berichtet. Im Mai 2016 wurde den Krokodilzüchtern auf dem VDA-Bundeskongress in Kiel der Züchterpreis vom Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA) verliehen.

Projektpartnerschaft mit Biosphärenreservat Rhön
Im Vereinsheim im Tümpelgarten finden jedes Jahr Vorträge des Biosphärenreservats Rhön statt. Im Jahr 2016 wurde der Fuldaer Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ Projektpartner beim Karausche-Projekt des Biosphärenreservats. Der Biologe Christoph Dümpelmann hatte vermutet, dass die stark gefährdete Karausche (lat. Carassius carassius) in den Tümpeln des Vereins zu finden sein könnte. Tatsächlich konnten reinerbige Karauschen im Tümpelgarten nachgewiesen werden und die Fische wurden zur Wiederansiedelung in anderen Gewässern eingesetzt.

Im März 2017 verstarb der frühere 1. Vorsitzende der Fuldaer „Scalare“ Walter Schleicher im Alter von 96 Jahren. Am 29. April 2017 verstarb der Ehrenvorsitzende der Fuldaer „Scalare“ Rudi Schmitz, nach dem das Ausstellungshaus benannt wurde. Er war 25 Jahre 1. Vorsitzender und hat den Verein geprägt wie kaum ein anderer. Sei größtes Projekt war der Bau der Aquarien- und Terrarienausstellung in den Jahren 1997 bis 2000.

Im Mai 2017 fand das 2. Wels-Arterhaltungstreffen im Tümpelgarten in Fulda mit 70 Teilnehmern und vier Vorträgen statt, über das viel in der Fachpresse berichtet wurde.

Im Mai 2018 verstarb der der frühere Vorsitzende Günter Meetz, der viele Jahre die die Bildstelle des Verbands Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA) leitete.

In 2018 konnte in der Ausstellung ein Aquarium mit 4.500 Litern in Betrieb genommen werden. Hierzu waren aufwendige Umbaumaßnahmen notwendig. Das Aquarium wurde in einer Feierstunde mit dem Oberbürgermeister der Stadt Fulda Dr. Heiko Wingenfeld und Vize-Landrat Frederik Schmitt (Landkreis Fulda) eingeweiht.

Am 22. April 2020 verstarb der frühere Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Josef Köck im Alter von 94 Jahren, der auch viele Jahre Vorsitzender des VDA-Bezirks 18 (Hessen) war.

In den Jahren 2020 und 2021 musste die Aquarien- und Terrarienausstellung im Tümpelgarten wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Vereinsleben fand aufgrund der vorgegebenen Einschränkungen kaum statt und auch die traditionellen Veranstaltungen und Feste mussten abgesagt werden. Die Fuldaer „Scalare“ erlebten in dieser Zeit ein hohes Maß an Solidarität und so spendeten befreundete Vereine Geld, um die Energiekosten finanzieren zu können. Auch die Stadt Fulda unterstützte den Verein in dieser herausfordernden Zeit.

 
Zusammengestellt von:
Georg Rösch † (Ehrenmitglied) für die Jahre 1925 bis 1975
Rolf Schröter (Ehrenschriftführer) für die Jahre 1975 bis 2000
Sven Haustein (1. Schriftführer) für die Jahre 2000 bis 2025

 
 


Bericht zur Jubuläumsveranstaltung am 22.08.2025

Hier finden Sie den Bericht der Jubiläumsveranstaltung am 22. August 2025:

   Feierlicher Festgottesdienst im Tümpelgarten
   Fuldaer „Scalare“ feiern 100. Geburtstag mit Gästen und Mitgliedern

 


Jubiläumsbericht "60 Jahre Tümpelgarten"

Der 1. Tümpelwart und Ehrenmitglied Jürgen Hamp schrieb für die Festschrift im Jubiläumsjahr 2025 einen ausführlichen Bericht über die Entstehung des Tümpelgartens am Standort Maberzeller Straße in Fulda:

   60 Jahre Tümpelgarten an der Maberzeller Straße in Fulda
   Einige Gedanken von Zeitzeuge Jürgen „Poldi“ Hamp
   im Jubiläumsjahr 2025


 

Lesen Sie auch die tabellarische Chronik von 1970 bis heute von unserem langjährigen Vorstandsmitglied Uli Dehler.

   


Die Gründungsmitglieder im Jahr 1925 vor der Orangerie in Fulda.

 

Das alte Vereinsgelände in den Fuldaauen.

 

Seit 1970 sind die Fuldaer "Scalare" im Tümpelgarten in der
Maberzeller Straße zuhause.

 

Das alte Vereinsheim mit Kaltwasseranlage in den 1970er Jahren.

 

Die erste Aquarienausstellung unseres Vereins fand vom 3. bis 8.
September 1926 im Roten Saal der Orangerie in Fulda statt.

 

Die Aquarien von dem Vereinsgründer und ersten Vorsitzenden
des Vereins Wilhelm Winter im Juli 1922.

 

Perleidechsen und Smaragdeidechsen in einem Terrarium im
August 1957.

 

Panzerechsen haben eine lange Tradition bei den Fuldaer
"Scalaren". Die Aufnahme entstand im Jahr 1957.

 

Skalare waren auch schon in der 1950er Jahren beliebte
Aquarienfische.

 

Ringel- und Würfelnattern wurden in Terrarien gehalten.

 

Aquarienausstellung im Kaisersaal im Fuldaer Stadtschloss.

 

Dieses Foto entstand ebenfalls im Kaisersaal des Stadtschlosses.

 

Neben Fischen und Reptilien wurden auch tropische Pflanzen
ausgestellt. Die Aufnahme stammt aus den 1920er Jahren und
wurde bei einer Aquarienausstellung im "Roten Saal" im
Fuldaer Stadtschloss aufgenommen.

 

Die Aquarien in den 1920er Jahren wurden von einem
Metallrahmen zusammengehalten.

 

Ausstellungsaquarien des Fuldaer Aquarienvereins.

 

Die Aquarien wurden mit Pflanzen dekoriert und optisch
aufgewertet.

 

Die Vereinsmitglieder des Fuldaer Aquarienvereins bei einem
Ausflug im Winter 1926...

 

...der nach Poppenhausen (Rhön) führte.

 

Der „alte“ Vorstand, der für den Bau der Ausstellung von 1997-2000
verantwortlich war: Rudi Schmitz (†2017), Uschi Bothe (†2024),
Uli Dehler und Rolf Schröter.

 

Ein historisches Foto einiger "Scalare"-Präsidenten:
Der aktuelle 1. Vorsitzende Christian Redweik (li.) mit den
verstorbenen Vorsitzenden Walter Schleicher († 2017),
Rudi Schmitz († 2017) und Josef Köck († 2020).

 

Der vertretungsberechtigte Vorstand in 2025 der "Scalare" (v.l.):
Sven Haustein (1. Schriftführer), Christian Redweik
(1. Vorsitzender) und Benjamin Soyk (Hauptkassierer)

 
Fotos: Archiv "Scalare" Fulda, Wilhelm Winter (†)
und Sven Haustein

© by Aquarien- und Terrarienverein "Scalare" 1925/55 e.V. Fulda